Ausblick auf die CeBIT 2012

Die Veranstalter der CeBIT scheinen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Als vor einigen Jahren Arnold Schwarzenegger und Angela Merkel die CeBIT eröffneten, strömten wie in jedem Jahr die Besucher auf die Elektronikmesse, um sich über neue technische Errungenschaften und Hightech-Trends der Zukunft zu informieren. Die meisten von ihnen wurden allerdings bitter enttäuscht, da sich die CeBIT über einen langen Zeitraum hinweg mehr und mehr von den Verbrauchern entfernt hatte.

Zurück zu den Verbrauchern

Den Zenit der Entfremdung erreichte die CeBIT wohl im Jahre 2009. Verwirrt und ziellos trieben die Besucher über das große Areal, mit Tüten voller Schlüsselanhänger und Werbebroschüren, und suchten vergebens nach Gadgets zum Ausprobieren und Staunen. Die gesamte Messe hatte ihren Schwerpunkt mittlerweile nämlich auf die Industrie gelegt und neben Serveroptimierung, Panel PC und Industrieanwendungen blieb nicht viel für den durchschnittlichen Nutzer übrig, der sich gelangweilt in der Halle mit den Videospielen oder zum dritten Mal vor der Windows 7 Präsentation wiederfand. Die Messe, die noch in den 90er Jahren ein großes Medienspektakel war und im Fernsehen staunende Verbraucher zeigte, die mit viel zu kleinen Mobiltelefonen hantierten, war zu einer Werbe- und Networking-Veranstaltung für Großunternehmen verkommen. Wirkliche Innovationen suchte man vergebens. Zudem machten sich auch noch die Aussteller rar und die Besucher ließen ebenfalls nach einiger Zeit gelangweilt ab. Doch die Veranstalter wollen ihre Lehre aus diesem Desinteresse gezogen haben und versprechen, dass sie in Zukunft wieder mehr auf die Verbraucher eingehen werden. Daran dürfte auch das teilweise sehr negative Feedback der Messebesucher schuld sein. In diesem Jahr stehen dafür tatsächlich Sicherheit und Verbraucherthemen im Mittelpunkt der Messe und man hofft auch wieder auf Aussteller, die mit Innovationen überzeugen. Ein Fokus wird zum Beispiel auf der Symbiose aus Auto und Elektronik liegen. Auf der CeBIT 2012 werden zudem neben Gadgets und Navigationssystemen verstärkt Car-to-car- oder Fahrerassistenz-Systeme präsentiert. Darüber hinaus richtet die CeBIT erstmals eine eigene Sonderschau für Smartphone-Zubehör und portable Gadgets aus. Angesichts des Booms auf dem Mobilfunkmarkt, der rasanten Entwicklung der Geräte und der erwarteten neuen Smartphone-Generation wäre alles andere auch unverständlich gewesen.

Das perfekte Zusammenspiel

Die Kunst wird sein, industrielle IT-Lösungen wie den Panel PC und neue Netzwerklösungen mit Verbraucherthemen wie Gadgets und Unterhaltungselektronik zu verbinden. Nur wenn die CeBIT diesen Spagat bewältigen kann, werden Verbraucher und Unternehmen wieder gleichermaßen an der Messe interessiert sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Erinnerungen an die CeBIT 2009 schnell verblassen und die Messe ihren alten Stellenwert zurückerlangen kann.

Du kannst eine Antwort schreiben, oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite hinterlassen.

Schreibe einen Kommentar